Nierensteine

Nierensteine: Behandlung, Entfernung und Prophylaxe

Nierensteine, auch Harnsteine genannt, sind kleine feste mineralische Ablagerungen, wenige Millimeter groß, die sich im Nierenbecken bilden. Sie können starke Schmerzen und Koliken auslösen. Kleinere Steine können von alleine abwandern, zur Entfernung größerer Nierensteine ist eine Behandlung notwendig. In unserer Fachklinik in Golzheim können wir dazu sowie zur Erforschung der Ursachen der Nierensteine verschiedene Verfahren anwenden.

Nierensteine: Ursachen und Vorkommen

Harn- und Nierensteine gelten mittlerweile als Volkskrankheit, in den westlichen Industrieländern ist fast jeder zehnte einmal in seinem Leben betroffen. Die Bildung von Nierensteinen kann verschiedene Ursachen haben: Veränderte Ernährungsgewohnheiten, Stoffwechselstörungen und angeborene Varianten des Urogenitalsystems spielen oftmals eine Rolle. Da viele Menschen auch nach einer Entfernung von Nierensteinen wiederholt neue Steine bilden, ist es wichtig, die Ursache herauszufinden, beispielsweise durch eine Laboranalyse der Steine. Zur Vorbeugung ist oft eine Ernährungsumstellung hilfreich.

Symptome bei Nierensteinen

Wenn der Urin wegen eines Steins nicht mehr aus dem Nierenbecken abfließen kann, wird es überdehnt und produziert in Folge des Dehnungsreizes schmerzauslösende Substanzen. Geschieht die Überdehnung plötzlich, treten häufig extrem starke Schmerzen (Koliken) auf, die nach Angabe vieler Betroffenen alle bisher erlebten Schmerzen an Heftigkeit übertreffen. Typische Nierenstein-Symptome sind plötzlich und anfallsartig auftretende, heftige Schmerzen in der Seite, die in den Unterbauch ausstrahlen können. Sie werden auch als Nierenkolik bezeichnet. Die Schmerzen werden in Wellen stärker und schwächer, manchmal kommen auch Übelkeit und Erbrechen hinzu.

Nierensteine können Symptome wie Blut im Urin und Schmerzen beim Wasserlassen auslösen, verbunden mit einem häufigen oder verstärktem Harndrang. Manchmal können die Schmerzen auch in die Geschlechtsorgane ausstrahlen.

Diagnostik

Bei Verdacht auf Nierensteine ist vor einer Behandlung eine körperliche Untersuchung und Diagnostik notwendig. Dazu gehören Urin- und Blutuntersuchungen sowie Steinanalysen zur Zusammensetzung der Steine. Außerdem nutzen wir hochauflösenden Ultraschall, die (Niedrigdosis-) Computertomographie sowie konventionelle und kontrastmittelverstärkte Röntgenuntersuchungen.

Nierensteine: Behandlung oder Abwarten?

Der größte Teil aller Harnsteine (Blasensteine, Nierensteine) geht ohne Eingriff spontan ab. Die weiteren Therapiemöglichkeiten reichen von konservativen und medikamentösen Maßnahmen über die Zertrümmerung von außen (ESWL) bis hin zu hoch entwickelten endoskopischen Verfahren der Schlüssellochchirurgie. Hierzu zählen unter anderem die semirigide und flexible Ureterorenoskopie (URS) und die perkutane Mini-Nephrolithotomie (mPNL). Die Steinzerkleinerung erfolgt in der Regel unter Verwendung eines leistungsfähigen Lasers. Die Steinentfernung über eine klassische Schnittoperation (bzw. roboter-assistierte Schlüssellochoperation) wird heutzutage nur in speziellen Einzelfällen durchgeführt.

Entfernung von Nierensteinen

Treten Symptome bei Nierensteinen auf und die Steine müssen entfernt werden, werden diese entweder schonend von außen zertrümmert oder mithilfe eines Endoskops bei einer Nierenspiegelung zerkleinert und entfernt.

Von außen: Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Die Steinzertrümmerung erfolgt mit der Extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL). Bei diesem nicht invasiven Verfahren werden die Steine durch fokussierte Stoßwellen, die außerhalb des Körpers erzeugt werden, zerstört. Die ESWL ist seit Jahrzehnten das schonendste Verfahren zur Behandlung bei Nierensteinen und Harnsteinleiden. An der Paracelsus-Klinik Golzheim steht eine ESWL-Einheit modernster Bauart zur Verfügung.

Von innen: Perkutane Nephrolithotomie (PCNL)

Ist eine extrakorporale Steinzertrümmerung nicht möglich, wird heute beim Auftreten von Nierensteinen die perkutane Nephrolithotomie (PCNL) angewandt. Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren mit kleinsten Hautschnitten und endoskopischem Zugang in die Niere (Nierenspiegelung).

Ureterorenoskopie (URS)

Bei der Harnleiter- und Nierenspiegelung (Ureterorenoskopie, URS) handelt es sich um ein endoskopisches Verfahren zur Spiegelung des Harnleiters (Ureter) und der Niere. Dieses Verfahren steht, neben der Nutzung als Diagnostikinstrument, auch für die Therapie bei Nieren- und Harnleitersteinen zur Verfügung. Hierbei wird mithilfe einer Kamera über den Harnleiter in die Niere „geschaut“, die Steine werden dort mittels Laser zerkleinert und anschließend mit Zange oder Körbchen entfernt.

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